Musikschule St. Johann

musikschule st johann

Urlaub im Reich der Sinne und Klänge

Die Basis für die Chancengleichheit im ländlichen Raum zu schaffen, um allen Kindern und Heranwachsenden den Musikunterricht vor Ort anbieten zu können, ist seit nahezu 25 Jahren der Antriebsmotor von Geschäftsführerin Roswitha Jäger. Mit Musiker Ronald Hirrle an der Seite, scheint das Führungs-Duo der kommunalen Musikschule in St. Johann komplett.

In der Sitzung vom 18. Oktober 1989 hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, eine Musikschule auf die Dauer eines Jahres, zunächst probeweise, einzurichten. Der Schwerpunkt lag damals bei der musikalischen Früherziehung. Die Aufgabe „was daraus zu machen“ fiel der damaligen Außenstellenleiterin der Vhs Reutlingen zu. Allen Widerständen zum Trotz krempelte Roswitha Jäger die Ärmel hoch und tat, was ihr geheißen.

Unterricht in bis zu 16 Räumen

Allein sechs Jahre habe man daran gearbeitet, dass Kriterien erfüllt wurden, um Landesmittelförderungen zu bekommen. „Unterricht wurde damals in bis zu 16 Räumen, verteilt in ganz St. Johann, gehalten“, erinnert sie sich und spricht in diesem Zusammenhang von einer „Riesen-Organisation“, die diese Umstände mit sich brachten. Seitdem hat die außerschulische Bildungseinrichtung Höhen wie Tiefen erlebt. „Aber weiter ging´s immer“, sagt Jäger.

Ein wunderbares Geburtstagsgeschenk

1999 wurde das ehrwürdige alte Schulhaus aus dem Jahr 1880 in Gächingen zum Zentrum der Musik. „Ein wunderbares Geburtstagsgeschenk zum zehnjährigen Jubiläum. Viele wollten dieses schöne Haus, wir haben es bekommen“, verrät Jäger. Bediente im Gründungsjahr noch eine Lehrkraft rund 20 Schüler, werden derzeit bis zu 170 Musikschüler von 12 Lehrerkräften unterrichtet. „Die Schüler sind heute nicht weniger motiviert, sie haben nur weniger Zeit“, unterstreicht Hirrle und spricht unter anderem auf den Abi-Gang „G8“ an. Ebenso ein Problem sieht Jäger darin, alles machen zu wollen. „Es ist nicht nur die Schule, auch der Stellenwert von Musik in der Familie spielt eine Rolle, ob sich ein Kind dafür entscheidet oder nicht“.

Klassik hat auf dem Land einen anderen Stellenwert

„Schön wäre es, wenn mehr klassische Instrumente, wie beispielsweise die Violine, gewählt und gespielt würden“, wünscht sich Jäger, die es ein wenig bedauert, dass Streicher fast gänzlich fehlten. „Klassik hat auf dem Land einen anderen Stellenwert“, wirft Hirrle ein, der viele Jahre Orchestermusiker in Leipzig war. Heute hat er sein Spielfeld als Chorleiter von „molto vocalis“ nach Mössingen verlegt. Für das gesamte Team der Musikschule gelte: „Nicht nur reden, auch machen!“, betonen beide unisono. Mit dem „Unterricht geben“ alleine, ist´s eben nicht getan. Einige Veranstaltungen und Konzerte unterm Jahr müssen organisiert und umgesetzt werden. „Da arbeiten alle zusammen, sonst geht´s nicht“, so Jäger. Hirrle empfiehlt Eltern „Geduld zu haben“, wenn es um das Erlernen eines Musikinstrumentes geht. „Es ist anders als im Sport, wo nach dreimaligem Training pro Woche beachtliche Fortschritte zu sehen sind“. „Zehn Prozent sind Begabung und 90 Prozent eben Brettlesbohren“, lautet Jäger’s Motto da.

Unbestritten bliebe: „Musik ist Balsam für große und kleine Seelen. Jedes Kind ist ein geborener Musiker!“ Neben Musikgarten, musikalischer Früherziehung und Instrumentalunterricht, bietet die außerschulische Bildungseinrichtung auch das Musizieren und Mitwirken in Ensembles und einer Band mit an.

Informationen:
Roswitha Jäger oder
Ronald Hirrle (Leitung)
Telefon: 07122/82202

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