Der neueste Fund im Heidengraben

Nicht kostbar und doch wertvoll: Eine Fundgeschichte über ein frisch ausgepflügtes und vor dem Frost gerettetes, ganz besonderes Fundstück

„Nach 15-jahriger Tätigkeit für den Heidengraben kam ich in diesem Herbst bei meinen Begehungen doch ziemlich ins Staunen, denn es lagen plötzlich mehrere rostige Eisenbruchstücke nacheinander auf einer Länge von 9 Metern verstreut.
Erst beim Blick zurück gegen die Sonne sah ich, dass ich da an etwas richtig Großem vorbeigelaufen war.“ Mit einem kleinen Haken fing es an, dann folgten Stangen- und Hakenösen und massive runde Kettenglieder, und schnell zeigte sich, dass diese Teile kein moderner Eisenschrott, sondern eine keltische Hinterlassenschaft sein mussten. Unter Ackerlehm und Rost war die aufwändig geschmiedete tordierte, also in sich gedrehte Form zu erkennen.
Es endete damit, dass schließlich knapp 3 kg Eisenteile in einer Kunststoffbox vom Acker getragen werden konnten. Um welches Objekt es sich handelt, kann man anhand der Zeichnung aus einem Buch über die Eisenfunde vom zwar kleineren, aber besser erforschten Oppidum bei Manching erkennen: ein Kesselgehänge, das einmal einen dicken Kessel über einem Feuer in einem gehobenen keltischen Haushalt hielt.
Damit das Kesselgehänge aus dem Heidengraben auch so gut erhalten bleibt, wurde es sofort zur zuständigen Denkmalbehörde nach Tübingen gebracht, damit die Restauratorin Tanja Kreß dort unverzüglich mit der notwendigen Konservierung beginnen konnte. Momentan noch rostig, aber ein wahrer Schatz für die Landesarchäologie, wie Dr. Frieder Klein den im Land bisher einmaligen Fund einstuft, den er zusammen mit dem Entdecker bei einem Pressetermin in seiner Behörde den Medienvertretern präsentierte.

Text & Fotografie: Christel Bock und Achim Lehmkuhl: www.heidengraben-oppidum.de/

Information über die Archäologie Heidengraben: www.heidengraben.com

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