Künstlerin Heidemarie Wenzel-Schwarz

Zu Besuch im Hause Schwarz
Gemeinsam mit allen Sinnen für die Alb

Seit 1968 lebt das umtriebige Ehepaar in Dapfen. Genauso lange sind die beiden verheiratet. Künstlerin Heidemarie Wenzel-Schwarz und ihr Mann Harald, ehemals Rektor und VHS-Außenstellenleiter in Gomadingen, sind ein starkes Team. Zusammen bewegen sie viel. „Wenn was läuft, macht´s uns Freude“, betonen sie.

Bewegt haben sie mit ihrem Einzug in Dapfen auf der Alb schon viel. „Als wir hier ankamen, war tote Hose. Wir haben erst mal das Dorf aufgemischt“, erinnert sich Wenzel-Schwarz schmunzelnd zurück. Waren`s am Anfang Tanz- und Theatergruppen, kam später das Kinderturnen für den Sportverein hinzu, erzählt die dreifache Mutter. Als Erzieherin und ehemalige Kindergartenleiterin in Dapfen seien ihr Aufgaben und Veranstaltungen jedenfalls nie ausgegangen. „Schon ein halbes Leben lang“, gibt die leidenschaftliche Künstlerin, die aus Westpreußen stammt, Aquarellunterricht in Gomadingen, wie sie vorrechnet. Genauer gesagt: 33 Jahre. „Früher waren es neben Erwachsenen- noch Kinderkurse, oft zwei an einem Tag“, erinnert sie sich an manch´ stressige Woche. „Aus den damaligen Kindern sind zwischenzeitlich Erwachsene geworden, die heute erneut einen Kurs bei mir belegen“.

Mit sieben Jahren Talent entdeckt

Wie es überhaupt zum Malen kam, erklärt sie so: „Eine Lehrerin hat mein Talent mit sieben Jahren entdeckt. Ich sollte ein einfaches Bild malen und lieferte für mein damaliges Alter ein kleines Gemälde ab. Von da an wurde ich über die Schule gefördert und durfte immer an Weihnachten die großen Schulfenster bemalen“, erzählt sie. Kreativität scheint ihr in die Wiege gelegt. „Statt in den Kindi ging ich oft lieber zu Opa“, entschied die damals Dreijährige. „Großvater hat am Staatstheater Danzig als Theaterfriseur und Maskenbildner gearbeitet. Ich habe mit Freuden zugesehen, wie er (Mozart-)Perücken knüpfte und es ihm nachgemacht“, erzählt sie noch heute mit leuchtenden Augen. In Berlin habe sie sich später selbst bei Seminaren und in Kursen mit allen Techniken der Malerei befasst – von Kohle, Öl, Pastell bis Radierungen und Schnitzarbeiten. „Irgendwann muss man selbst entscheiden, womit man weiter kommen will und intensiv an sich arbeiten“, lautet ihre Erfahrung. 40 bis 50 Bilder entstehen pro Jahr. „Ich male eigentlich immer, auch im Urlaub“. Motive finden sich auf der Alb genügend, wie sie anfügt. „Wir wandern, suchen und fotografieren“. Heute macht sie maximal Skizzen im Freien, zuhause wird ausgearbeitet. „Aus verschiedenen Fotos komponiere ich dann“, sagt die Künstlerin und zeigt dazu ihre fertigen Aquarelle auf denen die Alb gleich mehrfach von ihrer sanft-schönen Seite besticht.

Motive finden sich auf der Alb genügend

„Ohne meinen Mann könnte ich das alles gar nicht verwirklichen“, betont sie und spricht von zahlreichen Ausstellungen, Engagements oder gar dem mehrmaligen Bestücken des Gomadinger Adventskalenders am Rathaus. „Von ihm gibt´s nicht nur die konstruktive Kritik zu Bildern, sondern auch die Laudatio zur Ausstellung“, verrät sie und zeigt auf den Gatten. Ehrenamtliche Aufgaben machen Harald O. Schwarz viel Freude, wie er sagt. „Mich mit dem Schwäbischen und seiner Lebensart zu befassen, sind mein Hobbys“. Zahlreiche selbstverfasste Texte (und Lieder) wurden daraus geboren, die als „charmante wie intelligente Unterhaltung“ bei Ausstellungen, Seniorennachmittagen, öffentlichen Veranstaltungen der Gemeinde oder bei Festakten von ihm vorgetragen werden, wie seine Frau stolz erzählt.

Ehrenamtliche Aufgaben verschaffen Freude

Zu seiner „Kleinkunst“ gehört auch die Musik. „Die brauche ich!“, unterstreicht der leidenschaftliche Sänger, der seine Stimme seit 40 Jahren im Dapfener Kirchenchor ölt. Als ehemaliger Volksschullehrer in Dapfen, damals noch 60 Schüler alleinunterrichtend, kennt der Mann auch „turbulente und stressige Zeiten“. Was den zunächst kommissarischen Schulleiter in Gomadingen anging: „Da wurde dann der Rektor für 15 Jahre daraus“, blickt er auf seine eigene Laufbahn zurück. Und: „Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt in unserer Arbeit, einer hat dem anderen den Rücken freigehalten“, erklärt das Paar. „Sich gegenseitig Freiheiten zu lassen, ist wichtig“, glaubt Harald O. Schwarz.

Text & Fotografie: Patricia Kozjek

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