Unternehmen

Bestattungsdienst Weible

Bestattungskultur im Wandel
Ein Interview mit Dieter A. Weible

Herr Weible, Sie sind Bestattermeister in dritter Generation, mit 21 Jahren in das elterliche Unternehmen eingetreten und seit rund 25 Jahren mit Herz und Seele dabei.
Wie hat sich die Bestattungskultur in den letzten Jahren aus Ihrer Sicht entwickelt?

In den früheren Generationen waren Themen um Leben und Sterben in den täglichen Ablauf stärker eingebettet. Die Gesellschaftsstrukturen verlangten, dass alte Menschen bis zum Tod in den Familien lebten und verstarben. Geburt und Tod waren gewohnte Vorgänge, die man auf natürliche Weise im eigenen Haus miterlebte.

Durch wirtschaftliche Veränderungen hat sich auch die Gesellschaft geändert. Viele Menschen leben in Kleinfamilien oder als Single. Alte Menschen leben oft alleine oder in Alten- bzw. Pflegeheimen. Damit sind „natürliches Abschiednehmen“, die Gespräche um Sterben und die Kenntnisse um die Wünsche und Gewohnheiten der Verstorbenen zu Lebzeiten, mehr oder weniger in den Hintergrund geraten.

Welche Konsequenzen hat diese Entwicklung?

An diese Stelle ist eine Ausrichtung zu mehr Wohlstand und das Hinausschieben des Alterns getreten. Medien und Wirtschaft arbeiten eng zusammen und legen ihren Schwerpunkt auf diese Angebote. Als Bestattungsunternehmen, das sich gesellschaftlichen Herausforderungen stellt, sehen wir hier unsere Aufgabe. In Themen wie Abschied, Bestattung und Trauer, auf der Basis bewährter alter Traditionen, neu zu sensibilisieren. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung, unserer Motivation und unserem professionellen Wissen und Können, schließen wir den Kreis zur würdigen und ganz persönlichen Bestattung.

Was sind dabei wichtige Bestandteile Ihrer Dienstleistung?

In erster Linie sind wir für Sie da! 24 Stunden rund um die Uhr!

Wir stellen die Trauerfamilie mit ihren Verstorbenen in den Mittelpunkt, entwickeln gemeinsam mit den Angehörigen ihre persönliche Bestattung, die sich in die Abläufe und bekannten Rituale der einzelnen Gemeinden einbettet.

Welche Anforderungen stellt eine Beratung an Sie?

Unsere Berater sind lebens- und berufserfahrene Menschen, die im Sinne der Angehörigen professionell und einfühlsam für diese tätig sind. In vertrauensvoller Atmosphäre kommen sie den Angehörigen entgegen, wenn es wichtige Entscheidungen zu treffen gilt.

Gehört die Bestattungsart zu den wichtigen Fragen?

Mit der Wahl der Bestattungsart, ob Erd- oder Feuerbestattung, sehen sich alle Menschen konfrontiert. Entweder ist dem Angehörigen diese Entscheidung für einen Verstorbenen auferlegt, oder man entscheidet sich schon vor seinem Lebensende für eine Variante.

Das Abschiednehmen am offenen Sarg lässt uns begreifen, was geschehen ist. Der Tod ist sichtbar. Wir geben den Leichnam zurück in die Erde. Trotz unserer Trauer bringt uns dieses Bild immer wieder in den realen Bezug zur Vergänglichkeit des Körpers. So war und ist die Erdbestattung in unserem Kulturkreis immer die Bestattungsart, die dem Körper mit Respekt seine Zeit lässt.

Die Feuerbestattung stellt an uns die Aufgabe, den Prozess des Vergehens in seiner beschleunigten Art zu akzeptieren und mit der Verantwortung, wie das den eigenen Trauerprozess beeinflussen kann, vorausschauend umzugehen.

Was erwartet uns im neuen Trauerzentrum Schwäbische Alb – mitten im Biosphärengebiet?

Am 22. April 2012 veranstalten wir einen Tag der offenen Tür für alle
Interessierten und bieten die Möglichkeit, zu umfangreichen Informationen.

Interview: Patricia Kozjek


Tag der offenen Tür:
22. April 2012 ab 11:00 Uhr


Dieter A. Weible - Geschäftsführer Bestattungsdienst-Weible