Kultur und Kunst

Facebook-Podiumsdiskussion in Hülben

Keiner weiß Bescheid,
aber 901 Millionen Menschen machen mit

Gründer und Ideengeber Mark Zuckerberg hat´s an die Börse geschafft und zählt mit 28 Jahren zu den jüngsten „Selfmade-Milliardären“ der Welt. Facebook – Fluch oder Segen? Dieses Thema wurde jüngst in einer spannenden Podiumsdiskussion in Hülben diskutiert. „Wir wollen nicht nur Jugendarbeit im klassischen Sinne machen, auch aktuelle Themen anbieten, die Jugendliche umtreiben und Aufklärungsarbeit leisten“, eröffnete Bürgermeister Siegmund Ganser das Forum, das von Gemeindejugendreferentin Tanja Keppler vorbereitet wurde. Wie „facettenreich“ Facebook ist, zeigte Media-Experte BenediktMarcard Eltern, Schülern und Besuchern gleich praktisch auf.

Zur Datensparsamkeit erziehen

Dass „ein unbedachter Moment und kopfloser Eintrag genügt, damit die Polizei vor der Tür steht“, machte Bad Urachs Polizeidienststellenleiter Arthur Stotz deutlich. „Ich kann jeden nur zur äußersten Datensparsamkeit erziehen – vor allem die Kinder“, betonte der Polizist. Und da fängt das Problem auch schon an. Eigentlich darf sich nur der bei Facebook anmelden, der mindestens 13 Jahre alt ist und seinen realen Namen angibt. Die Realität geht anders: „Neunjährige melden sich bei Facebook an, sogar Haustiere werden angemeldet und überdies viele Künstler­namen ins Netz gesetzt“, weiß der Media­experte, der mit der aktuellen Mitgliederzahl von 901 Millionen Menschen weltweit, ernüchtert. Dabei wurde Facebook erst 2004 gegründet. „Einmal angemeldet, ist es so gut wie aussichtslos, je wieder gelöscht zu werden“, gibt Marcard zu bedenken. „Das Internet vergisst nie und das sollte jeder wissen!“ Hat das „nette soziale“ Netzwerk, neben Apple, doch sogar den Negativpreis „Big Brother Award“ bekommen – als größter Datenschutz-Verstoßer. Als „Datenkrake mit unendlichem Appetit“, wird Facebook dort bezeichnet. Die Leute füttern sie freiwillig und unaufhörlich. „Ich vermisse den Bildungsauftrag. Wer bringt unseren Jugendlichen den richtigen Umgang damit bei?“, fragt Tanja Keppler. „Das Thema gehört in die Schule. Wir müssen die jungen Menschen sensibel für den Umgang damit machen!“, fordert sie.

„Ein Bildungsauftrag für unsere Gesellschaft muss her, ein Kind lernt nur am Modell«, fordert Fritz-Ulrich Herter. »Klicksafe.de empfiehlt Marcard Eltern und Lehrer für mehr Sicherheit im Netz.

Text und Fotografie: Patricia Kozjek
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