Kultur und Kunst

Glanzvoller Start der neuen Kinderuni mit „Jetzt-weiß-ich-mehr“-Garantie

Kinder sind extrem neugierig, sie wollen´s einfach wissen. Die zahlreichen Anmeldungen der neu gegründeten Kinderuni in Erkenbrechtsweiler – übrigens der ersten in einem Dorf – belegen, was Forscher schon lange wissen.

Zahlreiche Anmeldungen, viele belegte Plätze

Der Start am 10. November 2011 war überwältigend, der Presserummel groß und die Mehrzweckhalle in Erkenbrechtsweiler, die als „Hörsaal“ diente, „pappvoll“. „In Kürze haben wir 400 Anmeldungen und rund 900 belegte Plätze für vier angebotene Veranstaltungen erhalten“, freut sich Thomas Blank, Mitinitator und Labelgeber des Kinder-Großprojekts auf der Alb, das vom Förderverein für Archäologie, Kultur und Tourismus (FAKT) ins Leben gerufen wurde. „Hier ist ein Angebot geschaffen worden, das den Staat keinen Cent kostet. Die Kinder kommen nicht nur aus den drei Gemeinden der Vorderen Alb, sie reisen an von Biberach bis Stuttgart, viele sind aus dem Ermstal und Münsingen“, freut sich Blank.

Peter Heiden erntet Früchte seiner Arbeit

Beim Anblick der wuselnden Menge strahlten auch andere Erwachsene, die zum Start gekommen waren. Eltern, Professoren, Bürgermeister, Schulleiter, Lehrer, Sponsoren – allen voran aber Ideenvater Peter Heiden, Vorstand des Vereins. Er erntete an jenem Donnerstagnachmittag die Früchte seiner mühevollen Aktivitäten. Über ein Jahr ehrenamtliche Arbeit und Zeit, auch Gegenwind, steckt in der zukunftsorientierten Idee „Kinderuni“ in Erkenbrechtsweiler. „Gleiche Bildungschancen für alle Kinder – auch auf dem Land“, ist dabei immer sein antreibendes Motto gewesen. Die erste Kinderuni startete 2002 in Tübingen. „Echte“ Professoren, Kinder und komplexe Themen zusammenzubringen funktioniert, hat Erfolg und Zukunft, sind sich nicht nur Studien und Lernforscher einig. Mit ins Boot hat sich der Förderverein der Alb dafür die Eberhard Karls Universität Tübingen und die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen geholt. Kindern von acht bis 12 Jahren werden zukünftig hochkomplexe Themen vermittelt, (auch) mit dem Ziel, sie für´s Lernen zu begeistern.

Kinderuni – Erfolgsmodell mit Zukunft

Geplant ist derzeit pro Jahr ein Sommer- und Wintersemester. Start ist jeweils im Mai und November. Das Semester beinhaltet drei bis vier Vorlesungen in aufeinanderfolgenden Wochen. Ablauf und Spielregeln der Lesung sind mit einer großen Uni zu vergleichen. Nach den 45 minütigen Vorlesungen, dürfen von den Kindern selbst 15 Minuten lang jede Menge Fragen gestellt werden. Davon und zum spannenden Erst-Thema: „Warum fallen Sterne nicht vom Himmel?“ gab´s in Erkenbrechtsweiler jede Menge. Professor Klaus Werner, vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Uni Tübingen, wurde zum Start regelrecht gelöchert. Dass Rennfahrer Sebastian Vettel mit gleichbleibenden 300 km/h und ohne Boxenstopp und Essen 57 Jahre von der Erde zur Sonne benötigen würde, ließ die Kinder hörbar staunen. Schon die erste Vorlesung war ein „Jetzt-weiß-ich-mehr“-Erlebnis. Auch für Erwachsene.

Mehr Informationen gibt es unter: kinderuni-am-heidengraben.de

Text: Patricia Kozjek
Kinderuni am Heidengraben
Kinderuni am Heidengraben
Kinderuni am Heidengraben