Archäologie Heidengraben
Die Keltenwelt am Glauberg – Drei Bürgermeister auf Exkursion
Im Juni machten sich die Bürgermeister der Gemeinden Hülben (Siegmund Ganser), Grabenstetten (Harald Steidl) und Erkenbrechtsweiler (Roman Weiß) gemeinsam auf den Weg in die Welt der Kelten. Ein Besuch der “Keltenwelt am Glauberg“ (Wetteraukreis, Oberhessen) war das Ziel. Auf dem Programm standen das Museum, der Archäologische Park und das Forschungszentrum.
Empfangen von Ulrike Pfeiffer-Pantring, Vorsitzende des Vereins Oberhessen und Bürgermeisterin der Stadt Ortenberg (Wetteraukreis) und Bernd-Uwe Domes, dem Vorsitzenden des Vereins “KeltenWelten in Deutschland“ (zuständig für die Regionalentwicklung in Oberhessen), ging es auf Informations-Tour. Der Kontakt zu den Kommunen in Baden-Württemberg ist über den Verein “KeltenWelten in Deutschland“ entstanden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben sich gemeinsame Interessen zwischen den Regionen “Wetterau“ und “Heidengraben“ auf der Vorderen Alb bei der Entwicklung von Archäologie und Geschichte zu einem Element der regionalen Standort- und Tourismusförderung ergeben.
Es fehlt an einem Informationszentrum
Wie bekannt, teilen sich die drei Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben das Areal für eine der bedeutendsten prähistorischen Festungsanlagen der Kelten, dem Heidengraben. Die Anlage stammt aus der Jüngeren Eisenzeit, etwa dem 5. Jahrhundert v. Chr. Wie der vor kurzem angeschobene “Regionalentwicklungsprozess Heidengraben“ zeigt, fehlt es an einem Informationszentrum, um die keltischen und kulturgeschichtlichen Funde angemessen präsentieren zu können.
Das Interesse der Bürgermeister hat insbesondere der Entwicklung des Kulturdenkmals am Glauberg, den strukturellen und organisatorischen Aufbaustufen, sowie der sich heute präsentierenden “Keltenwelt am Glauberg“ gegolten. Summa Summarum: ein informationsreicher Tag für das „Schwaben-Trio“. Nach einer Museumsführung mit Thomas Lessig-Weller, dem Museumspädagogen, folgte ein Informationsgespräch. Hier stellte die Direktorin der “Keltenwelt am Glauberg“, Dr. Vera Rupp, die Konzepte und Ziele des dezentralen Landesmuseums am Glauberg vor. Wichtig: Themen müssen transportiert werden, um Transparenz zu schaffen. Außerdem müssen dezentrale Strukturen gefördert und Kulturlandschaftselemente über die Regionalentwicklung herausgearbeitet werden. Die beiden Experten erläuterten regionale Strukturen, kulturgeschichtliche Potenziale und die sich daraus ableitenden touristischen Entwicklungsansätze in Verbindung mit dem Glauberg.
Tourismus der Region als Gemeinschaftsaufgabe
Hier stellt die im Jahre 2003 gegründete Gemeinnützige Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg (WAGG) einen wichtigen Entwicklungsfaktor und ein Bindeglied zwischen dem Landesmuseum und der Region dar. Aufgabe der Gesellschaft ist die Förderung und Entwicklung der archäologischen und historischen Sehenswürdigkeiten und die touristische Vermarktung des reichen, kulturellen Erbes in Verbindung mit den Kommunen und den Tourismusbüros der Region. Pfeiffer-Pantring wie Domes vertraten übereinstimmend die Auffassung: “Der Tourismus in der Region muss als Gemeinschaftsaufgabe verstanden und weiterentwickelt werden.“ So erweist sich die aktive Besucherinformation der WAGG am touristischen Info-Stand im Museum schon jetzt als erfolgreiches Modell. Es zeigt sich, dass die touristische Vorort-Information und freundlicher Service am Info-Stand von den Gästen der Keltenwelt hoch frequentiert und geschätzt werden. Hier erhalten die Besucher Informationen über das kulturelle und touristische Angebot in der Region und werden zum Entdecken der reizvollen Landschaft und der Sehenswürdigkeiten im Umfeld des Glaubergs eingeladen. Auch Wanderer auf der vorbeiführenden “Bonifatius-Route“ werden mit geeignetem Kartenmaterial und speziellen Einkehr-Tipps versorgt. Eine Vielzahl von gastronomischen Betrieben im Umfeld des Glaubergs profitiert bereits spürbar vom zunehmenden Aufkommen an Individual- und Gruppengästen in der Region.
Zwei Regionen, viele Gemeinsamkeiten
Anschließend haben die drei Bürgermeister ihren Gastgebern Einblicke in die ebenfalls außergewöhnliche Landschaft der Schwäbischen Alb und in die historischen Zeugnisse des Heidengrabens gegeben, die es weiterzuentwickeln und touristisch noch besser zu nutzen gilt.
Es gibt zwischen den beiden Regionen Wetterau und Heidengraben viele Gemeinsamkeiten: So handelt es sich bei beiden um ländlich geprägte Naherholungsräume mit archäologischen und geologischen Alleinstellungsmerkmalen von europäischem Rang.
Fazit: “Faszinierend, was hier am Glauberg zu sehen ist, was entstanden und wie die Region touristisch eingebunden ist“, stimmten die Bürgermeister überein. Die nächste Besucherdelegation soll mit einer Gruppe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern wie Kommunalpolitikern aus den drei Albgemeinden anreisen.
Keltenwelt am Glauberg
Am Glauberg 1, 63695 Glauburg
Telefon 06041 / 82 33 00
www.keltenwelt-glauberg.de