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Spatenstich Schlehenäcker
27.03.2012
HÜLBEN. Schlehenäcker – ein in der Gemeinde viel diskutiertes, neues Baugebiet mit innovativem Generationen über- greifendem Konzept geht nach vier Jahren Planung in Hülben jetzt an den Start. Spatenstich und offizieller Auftakt war am Samstagmorgen.
Bürger, Gemeinderäte, Vertreter des Landratsamtes, Planer, Bauinteressenten und angehende Bauherren verfolgten das Geschehen. Bereits im Herbst soll auf dem 1,8 Hektar großen attraktiven Bau- gebiet mit den ersten Gebäuden begonnen werden. »1,2 Hektar Bauland wer- den dafür erschlossen, 0,4 Hektar stehen dabei den vielen Kindern zum Spielen zur Verfügung«, unterstrich Bürgermeister Siegmund Ganser in seiner Rede.
»Die rein finanzielle Seite des Baugebiets ist bisher für die Gemeinde ein Erfolg«, erklärte Ganser weiter, denn man habe bisher ohne Kreditaufnahme und ohne finanzielle Engpässe im Fall Schlehenäcker die Planungen gemeinsam mit der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG vorantreiben können.
Erste Grundstücke verkauft
Grund dafür seien in erster Linie bereits elf verkaufte Grundstücke, »damit sind 0,5 Hektar schon fest veräußert«, rechnete Ganser vor. »Sechs weitere sind reserviert.« Die Größe der Grundstücke variiert dabei von 300 bis 550 Quadratmeter. 32 Bauplätze hat die Gemeinde für das neue Baugebiet ausgewiesen, das laut Planungen geprägt sein wird von kommunikativen »Höfle« und Treffpunkten mit Bäumen, Bänkle und viel Grün.
Nachbarschaftliches, Generationen übergreifendes Wohnen nach dem Motto »man lebt miteinander«, soll dadurch noch weiter gefördert werden. Einer der Bauplätze ist nach Angaben des Bürgermeisters bereits an eine junge, auswärtige Familie verkauft worden, ein anderer reserviert. Einwendungen und Einsprüche seitens einer Handvoll Bürger, die sogar ein Petitionsverfahren gegen das Bauvorhaben Schlehenäcker ins Rollen brachten, wertete Ganser mit folgenden Worten: »Sie waren bei der gesamten Planung unsere Controller, die uns selbst immer wieder die Frage stellen ließen: Sind wir noch auf dem richtigen Weg?« Die Petition wurde Mitte März seitens des Landtags Baden-Württemberg zurückgewiesen.
Sozialdezernent Andreas Bauer vom Landratsamt Reutlingen, der in Vertretung des Landrats gekommen war, lobte das Projekt mit den Worten: »Das ist kein Baugebiet von der Stange.« Und weiter: »Wir sprechen von einem Modellprojekt, so ein Konzept wurde im ländlichen Raum bisher in Baden-Württemberg noch nicht realisiert«.
Nach neuen Wohnformen im Zeitalter des demografischen Wandels zu suchen, werde immer wichtiger, sagte der Fach- mann. Noch wichtiger sei, diese auch umzusetzen und nicht nur davon zu reden. »Hülben steht auch in der nächsten Generation gut da«, meinte Bauer deshalb.
Der Landkreis unterstützt das zukunftsorientierte Projekt mit 35 000 Euro – hauptsächlich durch wissenschaftliche und forschende Begleitung. »Andere Gemeinden sollen aus den Erfahrungen der Hülbener lernen«, hieß es dabei zur Intension des Landkreises Reutlingen.
Text: PATRICIA KOZJEK